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Polaportraits Polaportraits Polaportraits

Polaportraits

Die nachfolgenden Portraits wurden mittels einer Polaroid Macro 5 SLR-Kamera mit fünf verschiedenen Vergrößerungsmaßstäben erstellt. Die einzelnen Polaroids wurden dann aus wechselnden Perspektiven aufgenommen und zu einem Mosaik neu zusammengesetzt.

Gundars

2005, 16 Polaroidfotografien, ca. 90 x 70 cm

Olaf

2006. 36 Polaroidfotografien. Ca 80 x 80 cm

Thilo

2006. 30 Polaroidfotografien. Ca. 70 x 80 cm

Torsten

2007. 35 Polaroidfotografien. Ca. 90 x 70 cm

Rouven

2005, 217 Polaroids,ca. 260 x 350 cm

Making-of Rouven

Harald Kimpel, Kunstwissenschaftler:

“Der Fotograf Steffen Matthes (*1966) rückt seinen Modellen mit der Polaroid-Kamera zu Leibe. In Hunderten von Detailaufnahmen wird zum Beispiel „Rouven“ (2005) von Kopf bis Fuß systematisch abgetastet und in Einzelbilder zerlegt. Mit der auch hier angedeuteten Möglichkeit zur Rundum-Ansicht löst sich das Körperkontinuum in Fragmente von fremdartiger Anmutung. Die gesuchte Nähe bringt ungewohnte Perspektiven ans Licht: Wie die Ausbeute von Explorationen geheimnisvoller Regionen erscheinen die Ab- und Ausschnitte; wie in einer fotografischen Expedition über die Oberfläche eines fernen Planeten kartografiert Steffen Matthes die Oberfläche eines Menschen; Körperanalysen als Fleischlandschaften liefern mit ihren enigmatischen Kurvaturen und Formverläufen, ihrenAbgründen und Aufwölbungen die Summe all dessen, was die äußere, von Haut umschlossene Erscheinung ausmacht. Und der Zerlegung folgt die umgehende Rekonstruktion durch Re-Arrangement der Puzzelteile.

Als Hautkataster in Reih und Glied karteikartenähnlich abgelegt, addieren sich die fotografisch gewonnenen Fragmente zwar zu einem entfernt antromorphen Körpermosaik, doch mit der Einrüstung des organischen Körpers im Raster, mit der Justierung seiner Unregelmäßigkeiten im konstruktiven Schema kann die mediale Zerstückung nur unvollkommen wieder hergestellt, der Körperzerfall nur partiell wieder zurückgenommen werden: Das zeitgemäße Portrait als Stückwerk, als die irritierende Relation von Detail und Totale – rätselhafte Suchbilder einer Person im Gitterwerk des technischen Mediums”

aus dem Buch „SKINSCAPES, die Kunst der Körperoberfläche“ herausgegeben von Harald Kimpel im Jonas Verlag, 2009